Herausforderungen und Potenziale

Herausforderungen

Grüner Wasserstoff ist teuer und auch Wasserstofffahrzeuge sind gegenüber konventionellen Fahrzeugen nur sehr eingeschränkt konkurrenzfähig. Dies liegt u.a. an einer weitestgehend manuellen Fertigung und den damit verbundenen hohen Kosten der beiden wesentlichen Komponenten der Wasserstoffsystemtechnik: Brennstoffzelle und Elektrolyseur. Ziel muss es daher sein, höchstratenfähige Produktionstechnologien zu entwickeln, die eine automatisierte industrielle Massenfertigung ermöglichen, Kosten senken und damit grünen Wasserstoff zum Durchbruch als Energieträger der Zukunft verhelfen.

Allerdings muss diese Entwicklung neuer Produktionstechnologien für hohe Marktvolumina erfolgen, ohne dass derzeit eine hohe Nachfrage am Markt besteht. Dieses Dilemma gilt es zu durchbrechen, und um den Industrieunternehmen eine Sicherheit bei der Investition in dieses neue und zukunftsträchtige Geschäftsfeld zu bieten, bedarf es einer zentralen Unterstützung.  

Potenziale und Notwendigkeit

Es ist dringend erforderlich, jetzt politisch und finanziell konsequent in die Entwicklung von Produkten und die Stärkung technologischer Fertigungskapazitäten zu investieren. Dies sollte mit der Unterstützung beim Aufbau von regionalen Produktionsinfrastrukturen für die Entwicklung und Erforschung großserientauglicher Fertigungsverfahren einhergehen. Dadurch wird es erstmals möglich, die Brennstoffzellen- und Elektrolyseur-Produktion massentauglich zu gestalten und die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit der Brennstoffzellen- und Elektrolyseur-Technologie national und international zu beschleunigen.

Mitteldeutschland ist dafür prädestiniert. Zu seinen Stärken gehören neben der Automobil- und Zuliefererindustrie viele kleine spezialisierte Integratoren, die die Entwicklung und den Markteintritt neuer Produkte und Konzepte intensivieren. Damit ist Mitteldeutschland sehr gut positioniert, um den erwarteten nationalen und internationalen Markthochlauf der Wasserstoff-Technologie mitzugestalten und davon zu profitieren.

So bietet sich hier die Chance, Produktion zurück zu holen und somit wertvolle Industrie-Arbeitsplätze zu sichern bzw. in Größenordnung neu zu schaffen. Ausschlaggebend dafür sind u.a. viele Wiederholteile – eine wichtige Voraussetzung für die effiziente Massenproduktion. So sind bei einem Brennstoffzellenantrieb rund 3.000 Bauteile zu fertigen. Das sind rund 10 mal mehr, als beim reinen batterieelektrischen Motor.